Bürgerforum Stralau

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Das DDR-Durchgangsheim in Stralau

Im Gebäude der heutigen Thalia-Grundschule befand sich zu DDR-Zeiten von 1952 bis 1990 ein Durchgangsheim, in dem Kinder lebten, die dem sozialistischen Menschenbild nicht entsprachen oder Hilfe bedurft hätten. Von hier aus wurden sie auf andere Heime und Jugendwerkhöfe in der ganzen DDR verteilt. Im Heim haben viele Schreckliches durchgemacht.

Fast fünf Jahre hat es gedauert bis am 28. April 2016 eine Gedenktafel eingeweiht werden konnte:

Im Gedenken an alle jungen Menschen, die hier Schaden an Leib und Seele nahmen.

In diesem Gebäude befand sich von 1952 bis 1989 ein Durchgangsheim der DDR-Jugendhilfe. Hierhin wurden Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren eingewiesen, die dem Menschenbild der SED-Diktatur nicht entsprachen, gegen Gesetze verstoßen haben oder Hilfe benötigten. Es war nicht möglich, gerichtlich gegen die Einweisung vorzugehen. Rechtsstaatliche Grundsätze wurden dabei missachtet. 
Manche Kinder und Jugendlichen waren nur einen oder wenige Tage im Durchgangsheim, manche auch mehrere Monate. Danach wurden sie in Normalheime, Spezialkinderheime oder Jugendwerkhöfe überführt oder sie kamen zurück zu den Eltern.
Mit seinen Sicherungseinrichtungen glich das Gebäude einem Gefängnis. Die Kinder und Jugendlichen hatten keinen Kontakt zu ihren Familien. Sie durften nicht zur Schule gehen und erhielten im Heim nur eingeschränkten Unterricht. Jugendliche ab 14 Jahren wurden zur Arbeit gezwungen, u. a. in Berliner Fleisch-, Süßwaren- und Kosmetikfabriken. Die Erziehung war auf Einschüchterung und Unterordnung ausgerichtet. Es herrschte militärischer Drill. Fluchtversuche, Arbeitsverweigerung und „Renitenz“ wurden mit Arrest in 4,5 m2 großen Arrestzellen bestraft. Dort gab es einen Hocker, einen Eimer als Toilette und nachts eine Matratze. All dies war in den staatlichen Vorgaben so vorgesehen und verletzte Menschenrechte. 
Nicht erlaubt, aber durchaus üblich, waren Essensentzug als „Erziehungsmaßnahme“ und Kinderarbeit. Die Insassinnen und Insassen waren gewalttätigen und sexuellen Übergriffen und der Willkür von Erzieherinnen und Erziehern ausgesetzt. Mobbing und Hackordnung unter den Kindern und Jugendlichen wurden toleriert. 
Mit der Friedlichen Revolution 1989 wurde dieser menschenunwürdige Umgang mit Kindern und Jugendlichen an diesem Ort beendet.


Im Gedenken an alle jungen Menschen, die hier Schaden an Leib und Seele nahmen.

In diesem Gebäude befand sich von 1952 bis 1989 ein Durchgangsheim der DDR-Jugendhilfe. Hierhin wurden Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren eingewiesen, die dem Menschenbild der SED-Diktatur nicht entsprachen, gegen Gesetze verstoßen haben oder Hilfe benötigten. Es war nicht möglich, gerichtlich gegen die Einweisung vorzugehen. Rechtsstaatliche Grundsätze wurden dabei missachtet.

Manche Kinder und Jugendlichen waren nur einen oder wenige Tage im Durchgangsheim, manche auch mehrere Monate. Danach wurden sie in Normalheime, Spezialkinderheime oder Jugendwerkhöfe überführt oder sie kamen zurück zu den Eltern.

Mit seinen Sicherungseinrichtungen glich das Gebäude einem Gefängnis. Die Kinder und Jugendlichen hatten keinen Kontakt zu ihren Familien. Sie durften nicht zur Schule gehen und erhielten im Heim nur eingeschränkten Unterricht. Jugendliche ab 14 Jahren wurden zur Arbeit gezwungen, u. a. in Berliner Fleisch-, Süßwaren- und Kosmetikfabriken. Die Erziehung war auf Einschüchterung und Unterordnung ausgerichtet. Es herrschte militärischer Drill. Fluchtversuche, Arbeitsverweigerung und „Renitenz“ wurden mit Arrest in 4,5qm großen Arrestzellen bestraft. Dort gab es einen Hocker, einen Eimer als Toilette und nachts eine Matratze. All dies war in den staatlichen Vorgaben so vorgesehen und verletzte Menschenrechte.

Nicht erlaubt, aber durchaus üblich, waren Essensentzug als „Erziehungsmaßnahme“ und Kinderarbeit. Die Insassinnen und Insassen waren gewalttätigen und sexuellen Übergriffen und der Willkür von Erzieherinnen und Erziehern ausgesetzt. Mobbing und Hackordnung unter den Kindern und Jugendlichen wurden toleriert.

Mit der Friedlichen Revolution 1989 wurde dieser menschenunwürdige Umgang mit Kindern und Jugendlichen an diesem Ort beendet.


Was noch fehlt: eine Tafel in einfacher Sprache, diese konnte bisher nicht finanziert werden, ist aber insbesondere (nicht nur) für die Grundschulkinder interessant: Gedenktafel-Text für Kinder in leichter Sprache

Hintergrundinformationen und Material

12 Kommentare

Es gibt bis jetzt 12 Kommentare ↓

  • 1 M. J. // Mo, 6.Jul 2015 um 16:12

    Sehr geehrte Damen u. Herren!
    War 1969 fast den ganzen Januar u. den halben Februar in “Alt-Stralau.” Davon ca. 14 Tage im Bunker eingesperrt. Kann es nicht genau sagen, da es für mich wie 10 Jahre war. Kein Stuhl, kein Bett – für die Nacht wurde mir eine muffige Matratze in die Zelle geworfen, ein Eimer mit Deckel, etwas Wasser, dass ich vor Durst getrunken habe, für die Notdurft. gesprochen wurde mit mir kein Wort. Es war sehr kalt nur Beton. Habe noch einige Tagebuchaufzeichnungen die ich später im Spezialkinderheim Plau am See geschrieben hatte. Würde ich für wissenschaftliche Arbeiten oder musealen Ausstellungen kostenlos zur Verfügung stellen, auch als Dauerleigaben. Leider kann ich zur Zeit keine E-Mails auf meinen PC empfangen. Wenn Sie Interesse haben rufen Sie mich an. 030/xxxxxxxxx. Ab 21.07 gehe ich ins Virchow, also ins Krankenhaus. Hatte mich vor 6 Jahren, aber nur für mich allein mit meiner Kindheit auseinandergesetzt, da ich es total verdrängt hatte. Nun sollten meine beiden Kinder einmal die Kindheit ihres Vaters kennenlernen u. so ist mein Buch: “Dreimal Mauer und zurück” entstanden. Habe aber nie große Reklame dafür gemacht – möchte ich jetzt auch nicht. Mit freundlichen Gruß M. J.

  • 2 sven wolf // Mo, 19.Oct 2015 um 22:07

    hallo ich war in den 80er auch dort gibt es irgendwo eine stelle wo man sich wenden kann um zu erfahren wie lange ich dort war ich habe leider keine unterlagen mehr

  • 3 Uwe Hemmstedt // Fr, 29.Apr 2016 um 10:56

    Hallo
    Ich war erst heute mal wieder vor diesem ehemaligen Heim gestanden und hatte mal wieder Tränen in den Augen. Es kommt mir das kalte Grausen wenn ich nur daran denke was sich hier ein halbes Jahr abgespielt hat. Zeit heilt keine Wunden. 47 oder 48 Jahre ist dieses Matyrium her und es zerreißt mich immer noch. Und alles bleibt ungesühnt .
    Uwe Hemmstedt

  • 4 Regina // Mi, 11.May 2016 um 17:54

    Ich war von Oktober `79 -Februar ´80 in Alt-Stralau und hab auch die Arrestzelle von innen kennen gelernt und so im Nachhinein betrachtet war das die schlimmste Zeit in meinem Leben.Selbst die 1 1/2 Jahre JWH Burg waren dagegen erträglich.
    Da ich immer noch in Berlin zu Hause bin, hab ich schon oft dort gestanden und mich erinnert– an einbetonierte Glasscherben auf der Mauer im Hof, an all die Gitter vor den Fenstern und die ganze Art mit kinder und Jugendlicher dort umzugehen.Nachts im Flur Strafe stehen oder im Gänsemarsch runden drehen,nur weil einer es nicht mehr ausgehalten hat und seiner Angst Luft machte. Ich schließe die Augen und bin wieder dort…..

  • 5 Insasse // Di, 20.Dec 2016 um 22:48

    Hallo,
    ich hatte auch das Pech, das ich dort eingeliefert wurde. War Anfang der 80er Jahre, und begleitet mich noch heute. Dieses eiserne Tor, das sich schloß, und man die Kindheit als beendet ansehen musste. Die Zeit dort hat mein Leben geprägt.

  • 6 Judith // Fr, 21.Jul 2017 um 23:25

    Ich war mit 11 Jahren dort hingebracht worden. Für mich war diese Zeit der Grausamste Zeitpunkt in meinen Leben. Gott sei Dank, das Kinder so etwas heute nicht mehr erleben müssen. Und Gott gebe alle denen heute Kraft, die als Kind so eine schreckliche Erfahrung durchmachen mussten.

  • 7 Frau Dietze // Mi, 11.Oct 2017 um 19:30

    Mein Stiefvater war Ende der 80er hier Mitarbeiter. Vorher war er Lehrer, davor Heimerzieher. Als ich diese Seite ansah, kam mir leider Einiges von Zuhause bekannt vor, der war schon vorher so, bevor er hier arbeitete. Mein Bruder und ich sind ebenfalls fürs Leben gezeichnet. Vor Jahren starb unser Stievater an Krebs.

  • 8 Andreas // Sbd, 20.Jan 2018 um 09:20

    Ich wurde 1964 nach dem sexuellen Missbrauch in das Kinderhein Johannesberg Oranienburg. Wo ich jede Woche für 3 Tage im Keller angekettet war, von 1954-1961.Von 4 Jahren bis zum 7 Lebensjahren. Nach 3 Tagen waren die ersten Wasserlachen meine. Mitunter war es Pferde Urin. Das war die Hölle auf Stacheldraht. Wegen der Traumatesierung von Wachkoma anfalle über diese Grausamkeiten aus dem Heim, was mich bald jede Nacht bis zu 5 Stunden im eigen Körper gefangen war. Ist mein Vater damit nicht fertig geworden. Die Antwort, Wurde ich mit ein Siebenriemen jeden Tag Geschlagen. Später wurde eine Kernfeder aus dem Bettgestell entnommen. Mit einem Hosengürtel versehen. Und damit wurde ich grauenhaft auf die Nackte Haut Bewusstlos geschlagen. An 2 Januar bin ich von meinem Vater ohne Abschied dort nach Alt Stralau eingewiesen. Durch mein sehr Ängstliches verhalten, und meiner Gaumensegelähmung bin ich unten in die Dunkelkammer für 47 Tage inhaftiert .Es Folgten andere Grausame Strafen. An den 28 Oktober hatte meine Mutter die nur im Krankenhaus. Das ich nach Himmelfport in das Internat komme. Unter der Führung des Heimleiters Böhnke. Schulbildung hatte ich wie gut keine. Ich Andreas Steiner

  • 9 Andreas // Sbd, 20.Jan 2018 um 09:25

    Ich wurde 1954 nach sexuellen sollte es sein

  • 10 Andreas // Sbd, 20.Jan 2018 um 09:29

    Die zeit dort war von 2 Januar bis 28. Oktober in Altralau

  • 11 Andreas // Sbd, 20.Jan 2018 um 09:43

    Das war 1964

  • 12 Frank Possin // Sbd, 10.Feb 2018 um 11:52

    in diesem Heim war ich im Alter von sieben Jahren im Frühjahr 197o. Das Eisentor schloss sich hinter mir , das war schrecklich. Nackt ausziehen, unter die Dusche, Kleiderkammer- alle persönlichen Sachen in einen Sack, dafür Hemd und Hose die ich immer festhalten musste -viel zu groß. Schläge von den Größeren. Beim Essen kam das Schlüsselbund geflogen(landete einmal in meiner Suppe. Nachts einen Eimer in den Schlafraum zum pinkeln, der war morgens randvoll, wenn abends keine Ruhe im abgeschlossenen Schlafraum war, ging das Licht an, die Tür flog auf und einmal hieß es dann für mich : Entengang auf dem Flur, bis zum Umfallen. Frische Luft auf der Dachterrasse kann ich mich erinnern. Unterricht hatte ich auch mal. Von dort ging es in ein gleiches Durchgangs- Heim nach Demmin und weiter auf Rügen nach Lohme. Stralau hat sich eingebrannt, wahrscheinlich bei fast jedem der dort war.

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